Charter Checkliste - für den nächsten Törn

Chartern, unter weißen Segeln oder mit Motor, ist der zeitgemäße Weg die schönsten Wochen des Jahres mit der Familie, den Freunden oder Kollegen auf dem Wasser zu verbringen. Ob kurzer Schlag übers Wochenende oder großer Törn: Compass24 verrät, was schon vorher zu beachten ist, damit sich an Board alles um das Erlebnis Wassersport dreht. Denn ein Charter-Törn ist keine Pauschalreise. Trotz Komfort und guter Ausrüstung der meisten Charterschiffe muss die Crew täglich die richtigen Entscheidungen treffen. Die ersten Fragen beantworten Sie am besten vor Antritt des Charter-Törns. Unsere Charter Checkliste hilft bei der Vorbereitung auf eine traumhafte Zeit auf dem Wasser.

Vor Reisebeginn

Vor der Organisation der Anreise unbedingt den Vercharterer kontaktieren. Er kennt die Gegebenheiten und weiß, wie andere Wassersportler anreisen. Oft gibt es einen Transfer vom Flughafen oder Bahnhof zur Marina. Falls die Anreise mit dem Wagen organisiert wird, sollte der Stellplatz für die Zeit des Chartertörns bereitstehen. Gibt es für die Nacht vor der Übernahme des Charterschiffes eine Übernachtungsmöglichkeit für die Crew?

Vor der Abreise klären, wer was mitbringt. Nicht jedes Crewmitglied muss einen eigenen Reiseführer mitbringen. Das gleiche gilt z.B. für kleine Küchenutensilien. Details hierzu stehen in der Charter-Checkliste unter den Punkten Papiere & Kontakte, Sicherheit und Reisegepäck & Proviant

Bei Ankunft in der Marina oder dem Hafen des Vercharterers bleiben Crew, Ausrüstung und Gepäck so lange an Land, bis das Charterschiff übergeben wurde. Dazu unbedingt Checkliste, Stift und Smartphone oder Kamera für die Dokumentation von Mängeln mitnehmen. Vor dem Ablegen erfragen, wo die nächste Tankstelle ist und wann sie geöffnet hat. Sonst kann es bei der Rückgabe teuer werden.

  • Chartermiete komplett begleichen
  • Hinterlegung von Kaution
  • Tourenplanung
  • Vercharterer kontaktieren
  • Skipper notwendig? Ja / Nein
  • Abschließen von speziellen Versicherungen
  • Transfer Flughafen / Bahnhof
  • Stellplatz PKW
  • Übernachtungsmöglichkeiten
  • Standort Tankstelle
  • Checkliste

Papiere & Kontakte

Checken Sie deutlich vor der Abreise zum Törn die geforderten Unterlagen. Die Ausstellung abgelaufener Dokumente wie Reisepass oder Personalausweis kann einige Monate dauern. Üblicherweise werden folgende Papiere und Unterlagen für den Charter-Törn gebraucht: der Reisepass, je nach Charterland, Reiseziel und Herkunft der Crewmitglieder eventuell ein Visum für die Zeit des Charter-Törns. Die Sportbootführerscheine, zusätzlich das Sprechfunkzeugnis sind ein Muss für den Skipper und gut, wenn weitere Crewmitglieder entsprechende Dokumente mitbringen. Chartervertrag und Versicherungsunterlagen sollten ebenfalls in ausgedruckter Form zum Törnantritt bereitliegen.

Informationsmaterial wie Reiseführer, Seekarten und Handbücher, sowie Revierführer sind empfehlenswert. Art und Umfang orientieren sich an den Neigungen der Crew.

  • Reisepass/ Personalausweis
  • Visum
  • Schiffspapiere (Charterlizenz, Funklizenz etc.)
  • Chartervertrag
  • Bootsführerschein
  • Betriebserlaubnis
  • Versicherungsunterlagen
  • Genehmigungsurkunde UKW
  • Betriebsanleitungen (Motor, Instrumente etc.)
  • Pläne (Elektrik etc.)
  • Logbuch
  • Telefonnummer Charteranbieter/ Revier
  • Reiseführer
  • Seekarten, Revierführer

Schiffsübernahme

Die Schiffsübernahme der Charteryacht sollten der Skipper und ein weiteres Crewmitglied übernehmen, bevor die Crew das erste Mal an Bord kommt. Für die Übernahme eines Charterschiffes gilt: Zurückhaltung ist zwecklos. Fragen Sie alles, was unklar ist. Sehen Sie sich den Innenraum nicht nur an, öffnen Sie die Bilge und die Chaps. Anders entdecken Sie keine Defekte, für die Sie bei der Rückgabe unter Umständen haften müssen. Zwei Grundsätze für die Übernahme von Charterschiffen. 1. Übernehmen Sie das Charterschiff nur bei Tageslicht. Bei Dämmerung oder Dunkelheit erkennen Sie mögliche Mängel nicht. 2. Gehen Sie bei der Übernahme des Charterschiffs systematisch vor. Unser Tipp: Checken Sie die Yacht von unten nach oben.

Rundgang unter Deck
  • Lichtfunktion sowie gesamte Elektrizität
  • Verriegelung von Fenstern und Luken
  • Kojen
Sanitär
  • Toiletten
  • Reservepumpe
  • Wasserdruck
  • Absaugfunktion
  • Fäkalientanks
  • Entkeimungsmittel Wassertank
Pantry
  • Gasflasche
  • Ersatzflasche
  • Haupthahn
  • Brenner/ Backofen
  • Kühlschrank
  • Spüle
  • Sonstige wichtige Küchenutensilien
Motor
  • Probelauf Motor
  • Funktionsfähigkeit Instrumente
  • Tankanzeige
  • Ersatzmotoröl
  • Ersatzteile (Filter, Keilriemen etc.)
  • Kanister
Anker
  • Hauptanker
  • Zweitanker
  • Kette markiert
  • Funktion Ankerwinsch
  • Ankerboje
  • Übereinstimmung von Ankertyp, -gewicht, Kettenstärke und –länge
Navigation
  • Prüfung der Instrumente
  • Barometer
  • GPS, Plotter
  • Radar
  • Funkgerät
  • Seekarten
  • Gerätehandbücher
  • Gezeitentafeln
Rigg und Segel
  • Mastkurve
  • Spannung Achterstags
  • Schäkel
  • Baumniederholer
  • Spinnakerbaum
  • Winschen( Winschkurbel)
  • Zustand der Segel
  • Zusätzliche Segel
  • Schoten

Bordeinweisung

Bei der Bordeinweisung geht es um zwei Dinge: 1. Die Crew soll mit dem Charterschiff vertraut gemacht werden. 2. Was muss im Notfall wo und wie erledigt werden? Wer teilt mit wem die Kabine? Wie funktionieren Luken, wie werden Herd und Anker bedient. Wo gehören die Fender nach dem Auslaufen hin, wie wird das Charterschiff beim Einlaufen für den nächsten Hafen vorbereitet? Und ganz wichtig: Wo sind die Rettungsmittel zu finden und wie werden sie bedient? Gegebenenfalls sollte der Skipper sich diese Einweisung unterschreiben lassen.

  • Verantwortliche benennen (‚Kapitän‘ und ‚Co-Skipper‘)
  • Rundgang durch das Schiff
  • Erläuterung der Funktionsweise der Yacht
  • Sicherheitseinweisung
  • Bekanntmachung der ‚Hausordnung‘ und
    Verhaltensregeln
  • Aufstellung Wachplan
  • Übersicht und Standort vorhandener Rettungsmittel
  • Vertrautmachung mit Rigg und Segel
  • Sicherung von Festmacher und Anker
Aufgabenverteilung
  • Schließen der Luken vor Fahrtantritt
  • Aufschießen der Leinen
  • Kontrollieren der Tankbestände
  • Bordkasse
  • Regelmäßige Überprüfung des Sprits im Außenborder

An und unter Deck - Mindestausrüstung

Zu einem entspannten Segeltörn gehört eine vollständige und funktionierende Ausrüstung. Wie sehen Rigg und Segel aus? Überprüfen Sie den Zustand des stehenden und laufenden Gutes. Stimmen Mastkurven und Achterstag, lässt es sich unter Spannung setzen? Betrachten Sie die Segel gehisst oder ausgerollt. Sind die Nähte unbeschädigt, gibt es Risse in den Segeln? Sind ausreichend Schoten und Taue an Bord? Achten Sie auch auf leicht drehende Wischen und feste Beschläge. Überprüfen Sie zu Ihrer Sicherheit auch die Beleuchtung und die Elektronik an Bord. Funktionieren Navigationsgerät und Plotter? Die Pantry der meisten Charteryachten ist mit Kochutensilien gut ausgerüstet. Was meistens fehlt, sind: Geschirrhandtücher, Geschirrspülmittel, Wischtücher und Schwämme sowie Essig, Öl und Gewürze. Crews, die diese Utensilien mitbringen, schonen die Bordkasse. Ein Compas24-Tipp noch: Packen Sie Entkeimungsmittel für die Wassertanks an Bord ein. Damit Sie gesund bleiben.

  • Großsegel und Rollfock oder Vorsegel und Sturmfock
  • Genügend lange Festmacherleine
  • 4-6 Fender
  • Schoten
  • Ankergeschirr
  • Steuerkompass
  • Fernglas
  • Peilkompass
  • Wetterempfänger
  • Barometer
  • Mundnebenhorn
  • Radarreflektor
  • Gastlandflaggen
  • Hand- oder Echolot
  • Logge
  • Schiffsbeleuchtung
  • Notpinne
  • Werkzeug und Ersatzteile
  • Lenzpumpe
  • Logbuch
  • Beiboot

Sicherheit

Der Compass24-Tipp, der schon vor Reiseantritt erledigt werden sollte: Wir empfehlen jedem Crewmitglied die Anschaffung einer eigenen Automatikweste. Die sind auf Charteryachten nur selten zu finden. Vor dem Auslaufen muss jeder eine passende Rettungsweste griffbereit haben und wissen, wie sie bedient wird. Ist die Sicherheitsausrüstung gewartet? Sichtkontrolle aller Westen und der Rettungsinsel? Wie wird sie ausgelöst? Welche Sicherheitsausstattung ist noch an Bord? Schauen Sie nach MOB-System, Seenotbake, Rettungslichter etc. Für den Ernstfall sollte ein Crewmitglied damit vertraut sein, wie ein Funkspruch abgesetzt wird. Bei ruhigem Wetter sollte am ersten Tag ein MOB-Manöver mit klarer Aufgabenverteilung gefahren werden. Achtung: Auch die Lenzpumpe muss funktionieren und der Ersatzimpeller mit entsprechendem Werkzeug gehören an Bord.

  • Rettungsinsel
  • Rettungswesten
  • Ersatzpatronen und –tabletten
  • Seenotsignale
  • Lifebelts und Sicherheitsleinen
  • Rettungskragen mit Blitzboje
  • Rettungsblitz
  • Wurfleine
  • Radarreflektor
  • Bolzenschneider
  • Metallsäge
  • Feuerlöscher
  • Löschdecke
  • Verbandskasten
  • Notfallmesser

Reisegepäck & Proviant

Segelanfängern sollte vor der Abreise zum Charter-Törn erklärt werden, dass Koffer auf den wenigsten Charteryachten Platz finden. Der klassische Seesack hat sich bewährt. Rutschfeste geschlossene Schuhe mit heller Sohle, gehören genauso ins Reisegepäck wie Badeslipper für die sanitären Einrichtungen in den Häfen. Die Segelbekleidung muss dem Revier und der Jahreszeit angepasst sein. Der Wind und seine auskühlende Wirkung werden besonders von Neu-Seglern unterschätzt. Eine warme, wind- und wasserdichte Jacke, wie eine Hose gehören immer dazu. Für die Schichten darunter empfiehlt Compass24 das „Zwiebelprinzip“. Außerdem gehören Segel- oder auch Radhandschuhe ins Gepäck der Crewmitglieder. Sie schützen bei der Arbeit mit Tauen und Schoten.

Proviant werden die meisten Crews vor Ort kaufen. Gewürze sowie Essig und Öl am besten mitbringen. Wie das Essen auf dem Charter-Törn bezahlt wird, sollte vorher besprochen werden.

Kleidung, Revier - warmes Klima
  • Wasserdichte, atmungsaktive Jacke
  • Wasserdichte, atmungsaktive Bordhose
  • Segelschuhe mit rutschfester non-marking Sohle
  • Badeslipper
  • Funktionsunterwäsche
  • Segelhandschuhe
  • Segelcap
Kleidung, Revier - kühles Klima
  • Wetterfeste Coastal- oder Offshore-Segelbekleidung
  • Midlayer aus Fleece
  • Gummistiefel
  • Geschlossene Segelschuhe + 1 Ersatzpaar
  • Funktionsunterwäsche
  • Segelhandschuhe
  • Mütze
Sonstiges
  • Seesack/ Tasche
  • Sonnenschutz
  • Hygiene- und Reinigungsmittel
  • Lebensmittel / Gewürze
  • Handtücher / Bettwäsche
  • Fernglas / Taschenlampe
  • Bordapotheke

Sonstige Tipps

Crews sollten vor Törnantritt alle Geldfragen klären. Üblich ist eine Bordkasse. Dort zahlen alle ein, auch der Skipper. Aus dieser Schatulle werden dann, je nach Vereinbarung, Liegegebühren, Treibstoff und Reparaturen beglichen. Viele Crews einigen sich auch darauf, das Essen und die Getränke aus der Bordkasse zu entrichten.

Kinder können schon sehr früh mit an Bord, wenn die Eltern die Verantwortung übernehmen und sie auf dem Wasser entsprechend sichern. Das gleiche gilt für Tiere.

Auch die Bordapotheke sollte bereits zuhause organisiert werden. Neben einem Verbandskasten gehören dort alle Medikamente hinein, die von den Crewmitgliedern gebraucht werden. Allergien und Unverträglichkeiten sollten unbedingt vor Antritt notiert werden. Sollte es Speiseunverträglichkeiten geben, gehört ein entsprechender Aufkleber (zuhause an den Klebestreifen denken) mit Namen in die Pantry.

Die Compass Charter-Checkliste zum praktischen Download

Unsere Charter-Checkliste können Sie hier in kompakter Form herunterladen und für Ihre Charter-Urlaubsplanung ausdrucken. Alles auf einen Blick - nichts vergessen!

Die interaktive Compass Revierkarte

Die interaktive Compass-Revierkarte